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Anfänger FAQ

geschrieben von theMike 
Anfänger FAQ
03. December 2011 17:58
Hallo Kollegen,

so, ich versuche hier mal ein bisschen eine Übersicht über diverse Dinge für Anfänger reinzubringen (bitte um Vergebung wenn am Anfang nicht gleich alles drin steht.. werde es nach und nach aufbauen)
Anregungen und Korrekturen sind natürlich jederzeit willkommen! Anfängerfragen die ich hier noch reinarbeiten kann auch.

1. Was braucht man um einen Prusa zu bauen?
- Kunststoffteile
- Extruder
- Schienen
- Gewindestangen
- Führungen
- Schrauben
- Trägerplatte
- Druckplatte
- Elektronik (Board und Motoren, Kabel)
- Endstops
- Netzteil
(- Heizbett)
(- Bootloader)
- Software (Firmware fürs Board, einen "Translator" der in Maschinensprache übersetzt und einen Host
- "Konstruktionsprogramm"
- und natürlich einen Computer

2. Was kostet es etwa?
Was es kostet ist abhängig davon was und in welcher Ausführung man etwas kauft (irgendwie wie immer). Da das nun nicht wirklich hilfreich ist hier einige Beispiele:
Kunststoffteile je nach Ausführung und je nach Lager 70-130.- € (Preise einfach mal von Wolfgang, dazu später mehr)
Extruder ~70.- € (als Fertigteil)
Motoren (Stepper mit Teilung 200) zwischen 16 und 20.-€ (fünf Stück werden benötigt) ~ 100.-€
Elektronik.. schwer zu sagen, wenn man nicht selber löten will kommt man mit ca. 100.- € hin (Sanguiono), wer sich zutraut selber zu löten dürfte etwa mit der Hälfte hinkommen.
Führungen/Gewindestangen/Schrauben etwa 50.- € hier abhängig was man so kauft (verzinkt oder Edelstahl)
Trägerplatte und Grundplatte sind in der einfachsten Version aus Holz (paar Euro im Baumarkt). Für PLA kann die Druckplatte auch aus Glas sein - muss dann allerdings beheizt werden. ABS muss generell auf einer beheizten Platte gedruckt werden (zur Heizung später mehr)
Summe so Pi mal Daumen bis hierher: 420.-€
Dazu kommen dann je nachdem noch Porto und diverse Kleinteile, Kabel, Endstops usw.
Netzteil kann man evtl. von nem alten Rechner nehmen..

3. Was brauch ich um das Ding zu bauen
Also ein bisschen ein technisches Händchen braucht man auf jeden Fall. Begeisterung dafür auch.
Eine gut ausgestattete Werkstatt mit Lötkolben, Heißkleber, Feilen, Bohrer und Maschine, Heißluft, Klebeband, Säge, Abisolierzange, Schraubendreher, Zinklack usw.
Wer die Gewindestangen und Führungen selber ablängen will hat mit einem Schleifbock und einer Drehbank Vorteile.. muss aber nicht sein.

Man muss sich allerdings klar sein, dass es KEINE Anleitung wie bei diesen bunten Plastiksteinen gibt, welche sagt "setze Teil a auf Teil b". Die meisten Dinge sind zwar irgendwo dokumentiert - aber man muss sie suchen und finden.

4. Wie fange ich an?
Am Anfang steht wie immer eine Entscheidung.
In diesem Fall gleich mehrere:

4.1 Welche Kunststoffteile soll ich kaufen?
Generell werden Bauteile aus zwei verschiedenen Kunststoffarten angeboten: ABS und PLA
Wer später ABS drucken möchte muss hier ABS wählen, da PLA die Temperatur nicht aushält. ABS ist zäher als PLA.
Dann stehen noch verschiedene Lager zur Wahl: Gleitlager und Kugellager. Entsprechend sind dann auch die Teile gebaut.
Die Standardlösung sind einfache Laufbuchsen.

4.2 Elektronik
Drei große Typen stehen zur Auswahl:
Arduino + Ramps (Ramps sind die Steuerelemente der Stepper)
Gen7
Sanguino

Irgendwer hat das hier so schön formuliert (finde es leider nicht mehr):
Gen7 - für die die selber löten wollen
Arduino + Ramps
Sanguino - für die die fertig kaufen wollen

4.3 Schrauben/Gewindestangen/Führungen
hier gibt es eigentlich nur die Wahl zwischen verzinkt und Edelstahl

5. Brauche ich ein Heizbett?
Wer ABS drucken möchte braucht zwingend ein Heizbett!
PLA kann auch auf Scotch-Tape 2090 (blaues Maler Tape) gedruckt werden oder auf eine beheizte Glasplatte.
Das mit dem Scotch-Tape ist etwas fummelig die Teile wieder runterzubekommen. Außerdem ist das Zeug für ein Klebeband nicht wirklich billig.
Nachdem meiner ja jetzt schon ein bisschen läuft habe ich auf Glasplatte gewechselt. Ganz einfach und kostengünstig beheizt (ohne Regelung). Kein Vergleich zum Tape. Die Teile haften super, wenn man die Heizung ausmacht gehen sie ganz leicht ab. Kein lästiges aufkleben vom Klebeband, kein Abkratzen. Kann nur zur beheizten Glasplatte raten!

6. Welchen Extruderdurchmesser brauche ich?
Für Anfänger wird 0,5mm empfohlen

7. Wo bekomme ich Hilfestellung Anleitungen usw.?
Also Hilfe gibts es hier im Forum.
ansonsten hier:
Wiki
visual instruction

Eine recht nette Anleitung für den Einstieg gibt es hier:
Anleitung
(pdf)
Achtung die hier genannte Stückliste passt nicht immer)

8. Wo bekomme ich die Teile her?
Kunststoffteile - im Netz (darf ich hier Links zu Shops posten???)
Extruder - im Netz
Die Kunststoffteile/Extruder solltet ihr beim Händler eures Vertrauens kaufen damit ihr auch sicher sein könnt dass die Qualität passt. (Da ich immer noch nicht sicher bin ob ich hier auf Shops linken darf - sucht im Forum mal nach "Stoffel" - persönliche Empfehlung von mir).
Elektronik - im Netz
Motoren - im Netz oder bei den großen Elektro-Versendern
Schrauben usw. - am besten Lokal (Baumarkt) kaufen, kann man sich allerdings auch als kompletten Kit schicken lassen
(würde ich allerdings lassen, da die Schrauben ja mit den Kunststoffteilen zusammenpassen müssen)
Ich habe meine Schrauben bei meinem Schraubenhändler per Bestellfax gekauft und dann abgeholt. Leider musste ich wegen der nicht passenden Längen und Stückzahlen dann nachkaufen. Evtl. werde ich mal meine Konfiguration zusammenstellen und die circa-Schraubenanzahl angeben.. (kann des nicht mehr wirklich nachvollziehen, da einiges ja vorhanden war)

Software kann alles als Freeware verwendet werden.

UND: eine Wunderkiste (alter PC vom Schrott) ;-)
Da sind viele tolle bunte Dinge drin die man evtl. brauchen kann. Abstandhalter für die Platine und die zugehörigen Schrauben, Bleche für Abdeckungen, CD-Laufwerke in deren Gehäuse man z.B. die Elektronik packen kann, Kabel und Stecker (zum Kontaktieren der Platine), Netzteil, bis hin zu Schellen um das Kabel zu führen.

9. Mechanische Montage
Was hier ganz wichtig ist, nicht gleich loslegen, sondern die Teile entsprechend vorbereiten!
Gewindestangen ablängen auf die notwendigen Größen und zwei mm überstehen lassen, damit man im Anschluss noch ne Phase dranschleifen kann. Achtung: Bei den Gewindestangen die als Spindeln verwendet werden kein Edelstahl in Verbindung mit einer Edelstahlmutter verwenden!
Verzinkte Gewindestangen an den Schnittkanten mit etwas Zinkfarbe anstreichen.
Ebenfalls die Führungsstangen ablängen.

Generell ist bei den Kunststoffteilen zu beachten, dass diese ja gedruckt sind. Somit solltet ihr durch alle Bohrungen, durch die später mal eine Schraube soll, einen Bohrer mit 0,1-0,2mm größerem Durchmesser durchlaufen lassen. Nachbohren wenn die Teile verbaut sind könnte lästig werden.

Jetzt könnt ihr das Ding (am besten mit Hilfestellung der Anleitung) zusammensetzen. Muttern in diesem Stadium noch nicht festziehen! Das Teil soll ja noch ausgerichtet werden können. Achtet darauf, dass die Anleitung nicht zwingend immer so stimmt wenn ihr andere Kunststoffteile verwendet. Bei guten Händlern liegt dann sogar ein Zettel mit den Änderungen bei.

10. Stromversorgung
Die meisten haben wohl ein altes Netzteil aus nem PC. Ich verwende ein regelbares Labornetzgerät.
Bei den Labornetzgeräten ist jedoch zu beachten, dass die gängigen 2A-Netzteile nicht ausreichen. Und ich meine damit, nicht mal ohne Heizplatte ausreichen.
Mein Netzteil läuft ohne Heizbett aktuell bis 5A - dies ist soweit ausreichend. Wenn ein Heizbett rangehängt wird muss das Gerät natürlich zusätzlich die Leistung des Heizbetts mitmachen.

11. Software
Wie ja bereits oben geschrieben besteht die Software aus vier Teilen. Zum einen ist es der Bootlaoder der das bespielen des Boards ermöglicht. Auf diesen möchte ich nicht weiter eingehen, da ich mein Board fertig verlötet und bereits mit Bootloader gekauft habe. Zum zweiten die Firmware - das ist die Software die sich direkt auf dem Board befindet und die Maschinenparameter enthält. Die Maschinenparameter sind die Einstellungen die es ermöglichen, dass bei einem Fahrbefehl von 10mm auch wirklich 10mm gefahren werden (als Beispiel). Dann noch der sogenannte Host. Also die Software in der die Teile angeordnet werden. Hier werden die .stl Dateien geladen. Die Umsetzung erfolgt dann über eine Translationssoftware - also ein Programm dass die .stl file in Maschinencode (GCode) umsetzt.
Wer Teile selber konstruieren will ist allerdings noch auf ein Design oder Konstruktionsprogramm angewiesen.

.. to be continued

5-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.12 03:17.
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