Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
07. August 2014 11:11
Hallo zusammen,

durch die Suche nach einer Lösung bin ich hier im Forum gelandet. Da ich noch nicht exakt gefunden habe was ich suche, ihr Jungs aber echt der Hammer im Finden von kreativen Ideen seid, wende ich mich Hilfesuchend an Euch.

Ich gebe zu, dass meine Anwendung weder mit dem Druck (Stereolitho) oder Scan zu tun hat. Die hier diskutierten Technologien scheinen mir aber hervorragend zu passen.


Ziel:

Belichtung von Oberflächen, welche mit Cyanotypie-Lösung behandelt wurden (Im Grunde das belichten eines Fotos mit Methoden von 1842. Ein umgebauter DLP Beamer könnte, so mein Traum, die Schnittstelle zur digitalen Bildbearbeitung bilden. Angefertigte Fotos oder Grafiken könnten in kurzer Zeit per Beamer auf Wände, Stoffbahnen, T-Shirts oder Papier ausbelichtet werden. Die nötigen Belichtungsreihen für die Bestimmung einer optimalen Belichtungsdauer wären schnell erzeugbar.


Zum Verfahren der Cyanotypie:

Da habe ich der Einfachheit halber mal den Link kopiert.
Was ist Cyanotypie?



Bei Bedarf kann ich gerne weiterführende Links zum Thema geben.

Warum so kompliziert?

Da ich gerne eine gewisse Größe der Bilder erreichen möchte, müsste andernfalls ein analoges 1:1 Dia-Negativ erzeugt werden (analoges Dia aus einer Großbildkamera/Plattenkamera).
Eine weitere Lösung ist die digitale Aufnahme und Bildbearbeitung gefolgt vom Print eines Negativs auf Overheadfolien (digital erzeugtes Dia). Da hört mein Drucker jedoch bei A4 auf.

Das analoge oder digitale Negativ müssten dann per Kontaktbelichtung mit einer UV-Quelle auf die, mit der cyanotypischen Lösung beschichteten Oberflächen, übertragen werden.

Da wäre ich mit einer UV-Beamer-Lösung flexibel, schnell, zuverlässig und mobil.
Im Grunde wären wir hier wieder nahe an der ursprünglichen Anwendung des 3D Print. Auch wenn hier keine photolithografischen Harze ausgehärtet werden, handelt es sich doch um das Fixieren ähnlicher Bildinformationen auf einer zweidimensionalen Ebene.


Fakten:

Laut der Literatur und einschlägigen Foren sind Beamer jedoch zu schwach auf der Brust (UV Anteil zu gering). Selbst nach mehrstündigen Belichtungen kann man keine brauchbaren Resultate erwarten.
Im Forum habe ich aber einen recht alten Thread zum Mod von CASIO a130 Beamern (da wird von Ausgeschlachteten Geräten für 30€ gesprochen???) gefunden und frage mich, ob inzwischen noch höherauflösende aber auch preisgünstige, aber vor allem funktionstüchtige Lösungen realisiert worden sind.

Könnt Ihr mir da weiterhelfen???
Ist ein bestimmter Typ DLP-Beamer zu empfehlen?
Müsste ich eine UV Lichtquelle einbauen oder reicht das entfehrnen von UV Filtern?
Gibt es dazu Anleitungen zum Umbau?

Leider bin ich kein Elektrotechniker, einfacher Wechsel einer LED oder sonstiger Bauteile sollten aber kein Problem sein. Die nötigen Erfahrungen habe ich bereits gesammelt.

Ich wäre Euch extrem dankbar, wenn Ihr mir Tipps geben könntet.
Herzlichen Gruß aus dem Rheinland :-)
VDX
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
07. August 2014 13:54
... ein A130/A140 hat eine Pixel-Auflösung von 1024x786, ein A230/A240 hat eine etwas höhere Auflösung von 1280x800 Pixeln -- ansonsten sind sie gleich ... 'Ausgeschlachtete' A230 kosteten damals 10€ mehr als die A130 ...

Da die original-Laserdioden-Lichtquelle praktisch kein UV emittiert, mußt du sie entweder mit einer 405nm-Laserdiode oder noch besser mit stärkeren 405nm-LED's ersetzen.

Laserdioden gibt's glaue ich bis 1W Lichtleistung (ich habe bisher nur 300mA), 405nm-LED's sollte es bis 3W geben ... ich habe spezielle (nicht im Handel verfügbare) mit 9W, die wären aber auch deutlich zu teuer.

Ausbauen aller Lichtfilter und Umlenkspiegel hilft dem UV-Durchsatz, was du drinlassern solltest, ist der 'Homogenisator': ein Linsenraster-Plättchen, mit dem das Licht gleichmäßig über den DMD-Chip verteilt wird.

Am Besten wäre es also, die Lichtquelle mit möglichst parallelem Lichtstrahl direkt vor den 'Homogenisator' zu setzen ...


Viktor
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Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
08. August 2014 00:17
Von einem Beamer würde ich abraten, da die Bilder pixelig werden. 1024x768 oder auch HD-Auflösung sind ok, solange man nicht näher an die Leinwand bzw. die Cyanotypie herantritt.

Was Du suchst ist ein Episkop, z.B. das hier: [www.ebay.de]

Damit können beliebige Auflichtvorlagen an die Wand geworfen werden. Zusammen mit einer UV-Lampe als Leuchtmittel müsste das deutlich bessere Ergebnisse liefern. Zusammen mit einem günstigen A3 oder sogar A2 Drucker solltest Du damit viel feinere Ergebnisse erreichen.

Jedenfalls würde ich das Geld für einen Beamer sparen und mir überlegen, für das Geld einen größeren Drucker zu kaufen. Selbst beim Druck auf Folie wäre ein OHP mit UV-Leuchtmittel technisch imho das bessere Verfahren.

Grüße,
Harry
VDX
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
08. August 2014 04:49
... ich habe noch einen OHP mit nachgerüsteter Xenon-Lampe als 'Beamer' -- allerdings ist da ein zerlegtes LCD-Display drauf, was kein UV durchläßt ...

Mit Folien dürfte noch einiges an UV durchkommen ... da müßtest du aber vorher testen, ob die Fresnell-Linse genug durchläßt und was die Spiegel im Kopf absorbieren ...


Viktor
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Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
08. August 2014 15:12
Besten Dank zunächst mal an Euch! Da sind interessante Ideen bei.

Das Argument mit den Pixeln sehe ich auch so. Nur dachte ich mir, dass die Pixel ja auch ein Stielmittel sein können. Sozusagen die im Bild sichtbaren Epochen der Fotografie. Zum einen 1840 mit der Cyanotypie und zum anderen die sichtbare digitale Bildbearbeitung. Immerhin würden durch diese Methode trotz digitaler Bildbearbeitung unverwechselbare Unikate entstehen.

Dennoch finde ich ein Episkop auch nicht schlecht. Der finanzielle Aufwand ist dabei aber höher. Zumindest wenn ich von den gesehenen Beamern für ca. 10€ (plus UV Lichtquelle) ausgehe. Für den Weg über das Episkop benötige ich dann ja noch einen Drucker für Formate > A4. Von einer Quelle für bedruckbare Folien >A4 mal abgesehen.

Mit einem Beamer könnte ich "mal eben" eine Belichtungsreihe durchbelichten um nach der Entwicklung das Optimum zu bestimmen. So kennen ich es jedenfalls von der Fotolithografie.

@Viktor
Besten Dank für das Angebot mit dem OHP Gerät.
Ich dachte jedoch, dass ein Beamer dann ja doch etwas mehr Auflösung hat.

Habt Ihr denn Ideen, wo ich so einen Beamer (ohne Laserbank) für günstiges Geld bekommen kann?

Die Quellen aus den damaligen Sammelbestellungen sind scheinbar versiegt. Ich kann auf den Seiten der Anbieter die geschlachteten Beamer nicht mehr finden.

Die Modele a130 und a230 hatte ich interessant gefunden, da hier im Netz einiges zu Moddings zu finden ist. Würdet Ihr andere vorschlagen?

Schönen Gruß
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
08. August 2014 15:20
Quote
Duessel
Dennoch finde ich ein Episkop auch nicht schlecht. Der finanzielle Aufwand ist dabei aber höher. Zumindest wenn ich von den gesehenen Beamern für ca. 10€ (plus UV Lichtquelle) ausgehe. Für den Weg über das Episkop benötige ich dann ja noch einen Drucker für Formate > A4. Von einer Quelle für bedruckbare Folien >A4 mal abgesehen.
Wo ist denn für das Hobby Dein monetäres Limit?
Für das Episkop werden keine Folien benötigt, darum hatte ich Dir das ans Herz gelegt. Dann wäre Deine Auflösung nur noch vom Drucker abhängig. Und da gilt: je größer das Original, desto geringer müssen die Druckpunkte bei der Projektion auseinandergezerrt werden. Aber es gibt auf Ebay auch kleinere Episkope, die Du mit dem A4 Drucker befeuern könntest.
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
09. August 2014 05:48
@hsiegel

Die Frage ist natürlich berechtigt. Für eine erste Umsetzung waren 100 - 200€ denkbar.

Was das Episkop betrifft, habe ich vor wirklich langer Zeit mal mit diesen Dingern gearbeitet.
Meiner Erinnerung nach sind die Bilder recht flau. Bin ich da richtig, oder haben modernere nicht nur kleinere Lichtquellen, sondern auch einen höheren Kontrast?

Es wäre zwar toll die Auflösung nur auf der Seite des Druckers limitiert zu haben, aber auch sehr schade wenn dafür alle Bilder wenig "knackig" werden.
Klar könnte ich versuchen durch deutliche Kontrasterhöhung vor dem Druck, das ganze auszugleichen. Die Konstruktion eines Episkops lässt meiner Verständnis nach aber kein "echtes" Schwarz zu (Streulicht). Oder sprechen wir von unterschiedlichen Dingen?
Schönen Gruß
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
09. August 2014 07:26
Quote
Duessel
@hsiegel

Die Frage ist natürlich berechtigt. Für eine erste Umsetzung waren 100 - 200€ denkbar.

Was das Episkop betrifft, habe ich vor wirklich langer Zeit mal mit diesen Dingern gearbeitet.
Meiner Erinnerung nach sind die Bilder recht flau. Bin ich da richtig, oder haben modernere nicht nur kleinere Lichtquellen, sondern auch einen höheren Kontrast?

Es wäre zwar toll die Auflösung nur auf der Seite des Druckers limitiert zu haben, aber auch sehr schade wenn dafür alle Bilder wenig "knackig" werden.
Klar könnte ich versuchen durch deutliche Kontrasterhöhung vor dem Druck, das ganze auszugleichen. Die Konstruktion eines Episkops lässt meiner Verständnis nach aber kein "echtes" Schwarz zu (Streulicht). Oder sprechen wir von unterschiedlichen Dingen?
Schönen Gruß

Mmmh. Mit dem Streulicht könntest Du wohl recht haben. Ich gebe zu, dass ich selbst noch nicht mit einem Episkop gearbeitet habe, es für mich aber nach dem OHP technisch am sinnvollsten schien. Über Streulicht (Warum?) oder Kontrast kann ich aber nicht viel sagen. Aber ich verstehe das doch richtig: Du druckst ein Negativ. Also hängt Dein Kontrast zumindest auch von der Deckkraft Deines Druckers ab. Wenn Du dann noch eine schwarze Pappe hinterlegst, müsste eigentlich ein sehr kontrastreiches Bild an der Wand erscheinen. Da wäre ein Laser dann wohl erste Wahl. Da hilft nur eines: ausprobieren smiling smiley
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
10. August 2014 15:46
Wenn das Episkop so funktioniert ...

Siehe Skizze zum Funktionschema auf Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Episkop

... ergibt sich die Abbildung ja rein aus dem reflektierten, daher auch diffusem Licht, welches von der bestrahlten Abbildung (dem Print) zurückgeworfen wird. Der verwendete Anteil der Reflektion ist offenbar sehr gering und daher der Lichtverlust sehr hoch. Scheint auch der Grund für die anfangs sehr großen Trümmer zu sein, da ja auch entsprechende Lampen verbaut werden mussten.

Was ich nicht aus dem Wikipedia Artikel entnehmen kann ist, ob es Episkope jüngerer Generationen mit LED Lichtquellen gibt.

Könnte mir denn einer von Euch eines empfehlen?

Über Eure ganzen Tipps und Ideen habe ich mich sehr gefreut. Es wurde aber noch keine konkrete Empfehlung zu einem Beamer oder eventuellen Quellen getätigt. Sind diese Quellen bereist versiegt? Ist der Umbau eines Beamers auf UV-Lichtquelle sogar nicht zufriedenstellend?

Schönen Gruß :-)

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.08.14 15:49.
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
10. August 2014 16:10
Axh so... Für den Fall, dass ich mich für so etwas entscheide:

Revue-Type-8007-D-

Wo würde ich denn eine Halogenbirne ohne UV Filter bekommen??

Diese Birnen haben doch immer ein Coating, oder??
Re: Beamer als UV-Belichter von großformatiger Cyanotypie
12. August 2014 13:46
Das war wohl zu viel :-/
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