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Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5

geschrieben von Protoprinter 
Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 03:02
An die Delta Besitzer oder die, die es werden wollen,
wie von vielen gewünscht, werde ich mal hier versuchen die Kalibrierung meines Deltas möglichst genau zu dokumentieren. Ich gebe zu, auch ich habe die Delta Kinematik nicht bis zur Gänze verstanden…das muss man auch nicht. Ein paar grundsätzliche Sachen sollten einem aber schon klar sein.

Meine Ausgangssituation:
Der Drucker ist zwar schon ein Jahr alt und hat ein paar Rollen auf dem Buckel, ich habe aber einige Teile komplett überarbeitet und ausgetauscht. Von daher kann man hier in Bezug auf Kalibrierung von einem Neuaufbau sprechen. Ich habe keine verstellbaren Endstops. Auch mein Bett ist fix. Sämtliche Einstellungen werden hier im EEPROM des RADDS Shields vorgenommen, die installierte Version von Repetier ist die 0.92.6. Für das Einstellen verwende ich außerdem ein FSR-System. Abhängig von der z-Probe Anfangs-Tasthöhe über Bett (eingestellt sind bei mir 5mm), gibt Repetier den Wert unbereinigt zurück. Um die absolute Tasthöhe der Hotenddüse zu erhalten, muss man die 5mm also wieder abziehen, nicht irritieren lassen.
Ziel meiner Kalibrierung Teil 1 ist, das Bett an entsprechenden vier Testpunkten auf 5,00mm zu justieren. Ich beschreibe hier MEINE Vorgehensweise, es gibt sicher auch andere Möglichkeiten.

Die Vorbereitungen:
Die Epromwerte für Endstopoffset sind für die Türme A/B/C auf „0“ gesetzt. Delta Radius wird möglichst genau gemessen oder dem CAD entnommen (in meinem Fall), die möglichst genaue Rod-Länge sollte ebenfalls eingetragen sein.

Wir richten uns in Repetier nun ein oder mehrere G-Gode Scripts ein. Wir wollen das Bett an vier Punkten überprüfen: vor den drei Türmen und in der Mitte des Betts. Die X/Y Koordinaten muss man sich errechnen da der Bettursprung beim Delta in der Mitte liegt.
Ich habe einen maximalen Druckradius von 150mm, ich messe die Punkte A/B/C vor den Türmen bei einem Radius von 120mm. Damit ergeben sich für mein Script folgende Koordinaten:
X=Sin(60°)*r =103,92mm
Y=Cos(60°)*r=60,0mm

Meine vier Punkte folglich:
Turm A (vorne links)= X-103,92 Y-60
Turm B (vorne rechts)= X103,92 Y-60
Turm C (hinten Mitte)= X0 Y120
Punkt D Mitte= X0 Y0


Für Z in den Scripts wähle ich einen sicheren Abstand vielleicht 1-2mm über dem Bett. Für die ersten groben Einstellversuche und wenn die Werte für Delta Radius/ Delta Rod Length stark von den tatsächlichen abweichen, kann man auch erstmal 1cm nehmen und sich langsam rantasten.

Für meine FSR Z-Probe kann ich bequem ein einzelnes 30 Sekunden Script abfahren lassen (geht sicher auch schneller):
G28 ; home alle Achsen
G1 X-103.92 Y-60 Z5 ; Punkt A ansteuern
G30 ; an aktueller Position Betthöhe tasten
G1 X103.92 Y-60 Z5 ; Punkt B ansteuern
G30 ; an aktueller Position Betthöhe tasten
G1 X0 Y120 Z5 ; Punkt C ansteuern
G30 ; an aktueller Position Betthöhe tasten
G1 X0 Y0 Z5 ; Punkt D ansteuern
G30 ; an aktueller Position Betthöhe tasten
G28 ; home alle Achsen

Der Start:
Ich beschreibe die Vorgehensweise hier entlang der gemessenen FSR Tastwerte, man kann das (wie ich vor dem Umbau) aber ebenfalls mit Papier machen. Eine Düse die leicht an einem Blatt Druckerpapier kratzt, hat etwa eine Abstand von 0,1mm zum Druckbett.
Ich starte mit einem Max Z-Height Wert der grösser ist als tatsächlich möglich. Achtung, damit ist man in der Lage das Hotenend mit dem Bett kollidieren zu lassen. Bei Veränderungen im EEPROM ist zwingend ein G28 Kommando auszuführen!
Man fährt mit dem G1-Kommando das Honend jetzt deutlich über das Bett (Sicherheitsabstand) und fährt ab da mit den Pfeiltasten in kleiner werdenden Inkrementen das Honend runter bis es auf dem Papier liegt und leicht kratzt. Z-Höhe am Drucker Display ablesen oder Position über Host ausgeben (M114). Die neue Z-Höhe (max Z-Hight) für das EEprom ist dann Ursprünglicher Eprom-Wert minus abgelesener Z-Wert am Display/Host. Ins EEPROM eingeben, G28, G1 Z1 und runter tasten, kontrollieren ob es passt, ggf. die Prozedur wiederholen. Die Z-Höhe für die Mitte sollte passen.
In meinem Fall rufe ich jetzt nur mein FSR Script auf, die Repetier Ausgabe sieht dann so aus (ohne Papier auf dem Bett):

Die Düse ist an den drei äußeren Ecken über dem Punkt in der Mitte, wir haben also die „Bowl-Shape“. Das ist zum Einstellen für mich einfacher.
Ohne FSR: Das Papier darf also an den Rändern Punkt A/B/C beim Schrittweise Absenken auf Z=0 noch nicht kratzen. Falls doch, würde ich in diesem Fall den Delta Radius erhöhen (0,1mm Schritte) bis wir an den Rändern an allen Punkten über dem Bett landen. G28 nach Änderungen im Eprom nicht vergessen!
Der Grund für die bevorzugte Bowl-Shape ist recht einfach: wenn ich jetzt mit Endstop Offsets arbeite, senke ich das Hotend an den Türmen/Punkten A/B/C ab. Soweit ich weiß, kann Repetier keine negativen Offsets die ich ja bräuchte um diese „anzuheben“ wenn der Rand tiefer als die Mitte liegt (Dome-Shape). (korrigiert mich wenn ich falsch liege). Noch ein wichtiger Hinweis: in Repetier sind die Endstopoffsets in Steps angegeben! Bei mir wären 36 Steps ein Endstopoffset von 0,1mm da meine Achsen eine Auflösung von 360 Steps/mm habe!
In meinem Fall fange ich jetzt also an, die drei Punkte A/B/C auf eine Höhe zu bringen. Ich orientiere mich mit FSR dabei an dem Punkt mit dem geringsten Bettabstand und verringere diesen bei den anderen beiden Punkten durch Erhöhung der Endstopoffsets:

Ergebnis:

Das geht immer Schrittweise, Veränderung an einem Punkt hat Einfluss auf die anderen Punkte. Die Mitte interessiert uns zunächst nicht.


Nach einigen Durchläufen habe ich ein Bett das an den Punkten A/B/C auf einer Ebene liegt. Nun schaue ich mir den Punkt in der Mitte an. Mit den FSR habe ich es jetzt extrem einfach. Zum Verringern der Höhe der äußeren Punkte wird Delta Radius einfach verringert, zum Erhöhen vergrößert. Bei Papier ist es etwas schwieriger:
1) Kratzt das Hotend „zu früh“ also vor z=0 am Papier, würde ich jetzt die max. Z-Höhe verringern bis das Hotend in der Mitte wieder passt. Dann sind die Punkte A/B/C am Rand zu hoch. Jetzt den Delta Radius verkleinern um alle 3 Punkte abzusenken.
2) Bei z=0 kratzt das Hotend noch nicht am Papier. Hier würde ich jetzt die Z-Höhe erhöhen bis das Hotend in der Mitte wieder passt. Dann sind die Punkte A/B/C am Rand zu tief und liegen unter der Bettebene (Achtung! Die Punkte zum testen vorsichtig anfahren, Sicherheitsabstand beim Script). Jetzt den Delta Radius erhöhen um alle 3 Punkte anzuheben.

Für die Kalibrierung sind ggf mehrere Druchgänge nötig um am Ende soetwas zu erhalten:

Es folgt als nächstes die Kalibrierung der Maßhaltigkeit in allen Richtungen. Ggf. werde ich auch mal ein Höhenprofil vom Bett erstellten und bei Nichtgefallen eine Feineinstellung der einzelnen Delta-Radius-Werte für A/B/C machen.

2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.15 04:34.


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, meine kommerzielle Webseite
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V2.5
30. November 2015 03:12
thumbs up thumbs up thumbs up

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.15 03:12.
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V2.5
30. November 2015 04:17
Hallo Protoprinter,

Perfekt und super.

ich persönlich checke auch noch nach G00 Z100 , ob alle Laufwagen an den Türmen den gleichen Abstand zum Heizbett aufweisen.
Genauer müssen alle Drehpunkte der Rods am Laufwagen in gleicher Höhe zur Heizbettebene sein.
Wenn Ja, dann ist an der mechanischen Geometrie schon mal alles richtig gemacht worden :-).

Schnell noch an die Riemen Schipsen (ca. 30-45 Hz), wenn die sich alle ca. gleich gespant anfühlen auch super.

Ob die 120° Winkelabstand zu den Türmen (X Y Z Achse) stimmen, geht am besten mit einem praktischen Kalibrierdruckteil.
Mechanische Korrektur ist dann bei mir persönlich erst einmal immer vorzuziehen.

Danke dir für deine tolle Arbeit.
Gruss Angelo

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.15 04:20.


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V2.5
30. November 2015 04:32
Hallo Angelo,
vielen Dank. Ja, Überprüfung der Winkel und Maßhaltigkeiten kommt noch. Ich mache das auch immer anhand eines Druckteils. Und da ist der Haken: der Drucker druckt noch nicht weil die Bettlagerung (noch) nicht Temperaturfest ist (ABS Stempel). Ich erwarte diese Woche die fehlenden Peek-Stempel und kümmere mich in der Zwischenzeit mal um die fehlende Abdeckung und Display Montage...Das braucht noch etwas Zeit... Bsi Weihnachten sollte das aber endlich fertig sein...schließlich ist der Delta die geplante Plattform für mein Laser Set das hier schon 2 Wochen rumliegt...

Grüße,
Manu


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 04:41
Wirklich sehr schön zusammengefasst und geschrieben, auch als nicht Delta-User hier ein großes Dankeschön von mir an dich.

Dieser Beitrag wäre sicherlich eine Bereicherung fürs Wiki, rein damit! ;-)


Gruß,
Steffen

Geetech Full-Acrylic Graber Air V3 SteBa Edition, v6 J-HEAD v5 E3D Custom Hotend, 230v Induktionskochfeldheizplatte mit Aceton Beschichtung, Rumpsbaradds 64-Bit AliExpress Edition, Softeisextruder
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 05:47
Danke Steffen,
na da muss das halt erst vollständig sein, das ist ja quasi Teil I. Es wäre auch toll wenn der ein oder andere Neueinsteiger mal die Prozedur zu durchlaufen und mich mit Fragen zu Löchern. Vieles was mir beim Lesen als selbstverständlich erscheint, wirft bei anderen Fragen auf (und umgekehrt)...


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, meine kommerzielle Webseite
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 06:09
Hi Manu,

Ok, dann fange ich mal an bei den Dingen welche ich mir 2x anschauen musste. Zum Ablauf selbst kann ich nichts beitragen da ich noch nie mit einem Delta zu schaffen hatte.

Quote

"Wir richten uns in Repetier nun ein oder mehrere G-Gode Scripts ein. Wir wollen das Bett an vier Punkten überprüfen: vor den drei Türmen und in der Mitte des Betts. Die X/Y Koordinaten muss man sich errechnen da der Bettursprung beim Delta in der Mitte liegt.
Ich habe einen maximalen Druckradius von 150mm, ich messe die Punkte A/B/C vor den Türmen bei einem Radius von 120mm. Damit ergeben sich für mein Script folgende Koordinaten:
X=Sin(60°)*r =103,92mm
Y=Cos(60°)*r=60,0mm

Meine vier Punkte folglich:
Turm A (vorne links)= X-103,92 Y-60
Turm B (vorne rechts)= X103,92 Y-60
Turm C (hinten Mitte)= X0 Y120
Punkt D Mitte= X0 Y0"]

Dort musste ich 2x hinschauen bis ich das "-" erkannt habe und hatte mich erst gefragt wie du 2x auf die selben Koordinaten kommst. grinning smiley Das vielleicht hervorheben.

Grundsätzlich wäre es sicherlich auch von Vorteil wenn du die Prozedur komplett gliederst in "FTS" und "nicht FTS". Du erwähnst das teilweise nur so nebenbei, könnte auch zur Verwirrung führen. Also 1 komplettes Tutorial für FTS und eins für NICHT FTS. Somit kann man ausschließen dass man sich da verliest oder sonstiges falsch interpretiert.

3-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.15 06:11.


Gruß,
Steffen

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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 06:56
Hi,

Bestellt ist er schon, jetzt noch in Ruhe aufbauen (mache natürlich nen Baubericht winking smiley ) Und dann geht es ran an die Kalibrierung!

Deswegen schon mal vielen Dank für die Mühe!

Gruß Tim
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
30. November 2015 08:35
Super gemacht, vor allem mal in Deutsch winking smiley thumbs up

Wegen den Endstopoffsets. Ich habe bis heute noch nie über die Software das eingestellt, sondern nur über die Hardware /Justierschrauben am heizbett…also die von dir gennanten Punkte A B C angefahren mittels Papier über einstellschraube kratzend justiert. Dann in die Mitte gefahren und bei Abweichung Z Achse / Delta Radius angepasst. Dann das ganze Spiel wieder von vorne… Geht das so auch oder nur bedingt, weil das eher zum Groben justieren ist?


1 Drucker: [forums.reprap.org]
2 Drucker: [forums.reprap.org]
3 Drucker: [forums.reprap.org]
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
01. December 2015 12:43
@Palim:

genau das geht mir auch durch den Kopf - bei meinem Kossel passts auch noch nicht so 100% - und ich bin mittlerweile drauf und dran, das problem "mechanisch" zu lösen, sprich per einstellbarem Druckbett - wie man es bei nem cartesianischen Drucker ja auch macht/machen kann. -> ich wüsste also auch gerne, ob die Variante - per manuellem Bed-Levelling für einen DeltaDrucker "ok" ist - oder ob man sich damit irgendwelche gravierenden Nachteile einheimst.

@Protoprinter:

vielen Dank für deine ausführlichen Step-by-Step guide zur planen Druckfläche.

Gruß,
Alex
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
01. December 2015 13:15
Das geht auch mit den Schrauben, wird jedoch niemals so ein gutes Ergebnis wie mit den FSR Sensoren liefern.

Nicht das Druckbett verstellen. Das muss rechtwinklig zu den Türmen stehen.

Die Druckebene stellt man mit den Endstops oder dem Endstopoffset ein.


Lars - Blog, Thingiverse, Git

After successfully ignoring Google, FAQ's, the board search and leaving a undecipherable post in the wrong sub-forum don't expect an intelligent reply.
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. December 2015 03:10
@all, ich bin froh wenn es ein wenig hilft. Ich sehe kein Problem darin das auch mechanisch zu machen (auch wenn sich mir der Sinn nicht erschließt)
Man muss sich bei der Delta Kinematik in Bezug auf Z-Achse ein wenig frei machen von der kartesischen Denkweise. Eine Z-Achse bei einem Delta ist quasi immer in Bewegung, egal ob man per Endstops eingestellt oder mit FW Variablen arbeitet weil alle drei Motoren ständig arbeiten. Bei einem kartesischen will ich keine bewegte Z-Achse im Druck, das ist klar. Mit den Endstop Offsets(oder VErstellschrauben), Delta Radius und Z-Hight bilde ich meine Ebene die flach sein muss und möglichst im rechten Winkel zu den Türmen.
Spätestens wenn man die Rod Länge kalibriert (oder sogar alle drei Längen kalibriert was ich jedem empfehle und später dokumentiere), wird man nur in der Firmware verändern. Oder schraubt und feilt da allen Ernstes jemand im 100stel mm Bereich an seinen Rods rum? Macht den Aufbau des Deltas mechnisch so einfach wie möglich aber stabil und genau... Gute Endstops mit guter Wiederholbarkeit sind besonders wichtig, sonst klappt die Kalibrierung nie! Beim kartesischen ist das für X/Y nicht wirklich wichtig, beim Delta bei A/B/C entscheidend.

@SteBa: stimmt, eine Gliederung nach Papier/FSR wäre sinnvoll. Mal sehen, ich kann es ja bei Zeiten überarbeiten.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.15 03:12.


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, meine kommerzielle Webseite
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. December 2015 03:35
Es gibt schon einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen dem mechanischen/elektronischen kalibrieren des Endstopps und dem Software-Offset und zwar beim Homen. Wenn ich alle drei Carriages auf die 0-Position per G28 fahren lasse, dann passiert ja folgendes: Jeder Motor dreht so lange in Home-Richtung, bis der Endstop durchschaltet. Um die Genauigkeit zu erhöhen, wird dann nochmal ein wenig zurückgefahren und nochmal ganz langsam gegen den Endstop.

Bei der mechanischen oder elektronischen Kalibrierung ist jetzt der entsprechende Nullpunkt erreicht und das Homen ist abgeschlossen.

Bei der softwaremäßigen Kalibrierung muss nun der jeweilige Motor noch um den entsprechenden Offset bewegt werden um den Nullpunkt zu erreichen. Bei falsch eingesteltem Offset besteht hier natürlich die Gefahr des Hardware-Schaden (wenn "über den Endstop hinaus" gefahren wird).

Ich denke nicht, daß dies großartige Auswirkungen auf das Druckergebnis hat. Man verliert dadurch aber unter Umständen ein paar wenige Millimeter an Z-Höhe...


Zur Rod-Länge: Die Rod-Länge in Software zu kalibrieren ist jedoch kein Problem. Die Länge ist ja einfach eine Variable der Kinematic-Berechnungen, die durchgeführt werden müssen um die Carriages so zu positionieren, daß der Effektor eine bestimmte Position einnimmt. Ob die Rods nun länger oder kürzer sind ist der Kinematic erstmal vollkommen egal.

Was jedoch wichtig ist: Die Rods müssen alle gleich lang sein, denn sonst kann es zu geometrischen Fehlern kommen. Wenn die Rods eine unterschiedliche Länge haben, dann steht der Effektor nicht mehr unbedingt parallel zum Druckbett (bzw. parallel zum optimal ausgerichteten Druckbett) und es kommt zu geometrischen Verzerrungen im gedruckten Objekt.



Aber definitiv eine super Anleitung... Die wird mir noch sehr hilfreich sein ;-)

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.15 03:35.


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. December 2015 05:42
Die Endstop Offsets können so weit ich weiß nur positiv sein, da kann nichts kollidieren - womit? Auf jeden Fall müssen die Rods gleiche Länge haben, zumindest die die parallel sind. Es lassen sich aber in der Firmware die Rods A/B/C einzeln verändern. Obwohl ich mit einer Lehre zur Montage der Rods gearbeitet habe, war das bei mir im 1-2 10tel mm Bereicht nötig damit der Drucker in den 3 Dimensionen A-D, B-D und C-D exakt gleich druckt - so gelangen dann auch endlich die absolut runden Kreise. So genau kann man gar nicht bauen...ich zumindest nicht

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.15 05:59.


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, meine kommerzielle Webseite
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. December 2015 06:58
Da hast du natürlich Recht mit dem Offset :-) Keine Ahnung, ob das sonst noch wo eine Auswirkung hat.

Ja, die Rod-Paare müssen so exakt wie möglich sein, denn das kann man über die Kinematic nicht kompensieren. Da wird ja in der Regel etwas vereinfacht und nur ein Rod angenommen. Ansonsten würde sich das auf das Druckbild auswirken. Wenn das jedoch im 10tel-Bereich ist, dann sollte das beim fertig gedruckten Teil aber nicht wirklich ins Gewicht fallen.

Bei der Rod-Länge spielt ja auch nicht nur der eigentliche Rod eine Rolle, sondern es kommen ja auch noch die Aufhängungen, die Lager, die Carriages und der Effektor dazu. Wenn der Effektor krumm gedruckt ist, dann hat das ja auch eine Auswirkung auf die effektive Rod-Länge. Zumindest aus Sicht der Kinematic...

Aber das ist ja eigentlich auch alles nur nebensächlich :-)


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MGR
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. January 2016 09:09
Moin Proto,

zusammen mit deiner Configuration.h als Spickhilfe habe ich meine auch Konfiguriert bekommen.

Danach genau so wie du vorgegangen und alles eingestellt, dabei noch schnell ein Excel Sheet gemacht indem man Z Eintragen konnte und die neuen Steps berechnet wurden.

Wunderbar, genau das habe ich mir immer beim Drucker kalibrieren gewünscht! Kein "nach Gefühl mit dem Papier wackeln" mehr, sondern klare Werte. Nach 4 Durchläufen (ca 5 Minuten) hatte ich dann auch alle 4 Werte +/- 0,01 drinnen. Jetzt gleich mal den ersten Probedruck.

Freue mich drauf, wenn du die Anleitung zur Maßhaltigkeit auch so ausführlich machst, mir hilft das enorm.

Beste Grüße
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. January 2016 11:45
Quote
MGR
Moin Proto,

...
Danach genau so wie du vorgegangen und alles eingestellt, dabei noch schnell ein Excel Sheet gemacht indem man Z Eintragen konnte und die neuen Steps berechnet wurden.
...

könntest vll hochladen und dem Protoprinter zur verfügung stellen, damit er es oben in der anleitung hinzufügt? thumbs up
MGR
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
02. January 2016 13:29
Klar, gerne. Falls sich jemand mit Macros auskennt, und das Ganze auf 2 Felder reduzieren kann bzw. so machen kann, dass man die alten Steps nicht aktualisieren muss, kann er das gerne tun. Ansonsten guck' ich da mal morgen vormittag rein wie sowas geht.


Beste Grüße
Anhänge:
Öffnen | Download - FSR_Manual_BedLev.xls (60.5 KB)
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
19. January 2016 15:53
Da ja hier doch ein wenig Feedback kam, wurde ich daran erinnert, dass Teil 2 meines Kalibrierguides ja noch fehlt.

Ausgangssituation ist ein Delta der in jedem Bereich des Druckbetts flach druckt spricht der Abstand der Düse zum Bett beim Verfahren möglichst konstant ist. Auch solltet ihr Eure E-Steps durch einen definierten und vermessenen Filamentvorschub voreingestellt haben.
Ich lege Euch nun dieses Thingiverse Teil ans Herz. Die Aufsätze an denen der Messschieber angesetzt wird, werden bei meinem Slicer automatisch mit 100% Infill gedruckt. Wenn hier die E-Steps zu hoch sind, weitet sich der Durchmesser nach oben hin auf und das Messergebnis wird verfälscht. Daher habe ich dieses Teil nochmal nachkonstruiert, bei Interesse bitte kurz melden. Hier das Standardteil


Für die Türme A B C werden nach dem Druck die Längen gemessen, Soll sind bei dem Modell 60mm. Im Idealfall haben natürlich alle Türme die gleiche Abweichung oder gar keine Abweichung – herzlichen Glückwunsch, fertig! Super aufgebaut! 
Aber in der Realität wird das selten der Fall sein. Wir orientieren uns jetzt an dem Turm, bei dem der gemessene Abstand am geringsten ist.
Daher die Annahme: Die Rod-Länge Eures Druckers ist 330mm, Turm A hat nur gemessene 59,8mm im Ausdruck. Die anderen liegen über 60mm. Die allgemeine Delta_Rod_Length wird nun für diesen A-Wert korrigiert (die anderen Längen heben wir natürlich dadurch auch an). Die neue Rod Length muß kleiner werden, denn dann vergrößert sich das Druckmaß:
Neue Rod-Länge = alte Rod Länge * (Istmaß/Sollmaß) sprich 328,9mm ist Euer neuer Wert für das Eprom.

Hier die zu verändernden Werte. Allgemeine Rod Länge und die einzelnen Rods der Türme ABC

Bei jeder Veränderung der Rod-Länge im Eprom ist die „Flach-Kalibrierung“ aus Schritt 1 zu überprüfen/wiederholen (Einstellung Offset A/B/C und Delta Radius). Etwas Arbeiten müsst Ihr für gute Ergebnisse schon ;-)
Der Ausdruck wird jetzt wiederholt, die Länge bei Turm A sollte nun passen, die Maße für Turm B und C sind entsprechend zu hoch. Diese werden jetzt durch die Offsets für die Rod-Länge für Turm B und C eingestellt. Also wieder zwei Annahmen. Turm B hat 60,2mm, Turm C hat 60,3mm.

Die Offsets (Corr. Diagonal ABC) werden jetzt wie folgt berechnet
Offset B = (aktuelle Rodlänge * (Istmaß/Sollmaß)) – aktuelle Rodlänge = 1,1mm
Offset C = (aktuelle Rodlänge * (Istmaß/Sollmaß)) – aktuelle Rodlänge = 1,6mm


Wieder flach kalibrieren, drucken, messen. Ggf. nachbessern. Möglicherweise funktionieren auch negative Offsets wenn man das Druckmaß für Turm A doch noch etwas vergrößern muss. Es ist etwas Fleißarbeit, aber ich denke mit dieser Anleitung sollte jeder in der Lage sein, seinen Delta maßhaltige Ergebnisse abliefern zu lassen, ein solider Aufbau vorausgesetzt. Die Genauigkeit meiner Ausdrucke ist wirklich gut, auch passen die X/Y Dimensionen hervorragend.

Vielleicht kann ein Admin das ja noch nach oben in meinen ersten Beitrag Teil 1 schieben, dann wird das übersichtlicher! Danke

Grüsse
Manu
(lasst mich wissen on ihr das alles so nachvollziehen könnt...)

3-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.16 16:12.


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
20. January 2016 09:07
Hi Manu,

alles super verständlich erklärt.

Besten Dank für Deine Arbeit
Gerd
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
21. January 2016 03:11
Hallo Gerd,
danke, gern geschehen. Ich bin froh, wenn ich wenigstens ein wenig zurückgeben kann... In erster Linie profitiere ich hier. Und ohne Dich/Euch Karlsruher würde kein Hexagon in meinem Keller stehen!

Grüße,
Manu


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
21. January 2016 03:16
Ich finde das auch eine tolle Sache und werde das hoffentlich bald mit meinem "Türmchen" testen können :-)


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
24. February 2016 11:00
Ich hab da schon länger was im Kopf: Wäre es eine gute Idee, wenn man diese Anleitung, das Escher Tool und ein Host-Programm zu einem Kalibriertool vereinen würde, daß durch die Kalibrierung führt und dabei den Drucker ansteuert und die Konfiguration/EEPRom entsprechend beschreibt bzw. Positionswerte etc. liest?


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Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
24. February 2016 13:01
immer her damit grinning smiley thumbs up winking smiley --> würd mich als betatester melden smileys with beer
MGR
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
19. August 2016 11:00
Ich hab seit 3 Tagen ein Problem, bei dem ich nicht weiterkomme.

Ich mach' alles so wie in der Anleitung hier, also erstmal über FSR Plan kalibrieren, dann sieht der Output ungefähr so aus:
5.00
5.01
5.00
5.01
Das sollte also passen.

Dann druck' ich ein Kalibrierobjekt, messe Nach, passe nach dem Dreisatz oben an.

Dann stimmt eine Länge (X), die anderen beiden natürlich noch nicht.

Dann ändere ich die Offsets von denen nach Anleitung, wieder flach kalibrieren, neu drucken, messen.

Dann stimmt X nicht mehr, dafür Y und Z.
Dann verändere ich X wieder,

dann stimmt Y und Z wieder nicht...


dann fange ich ganz von vorne an...
und bald schmeiß ich das ding raus.

(wir reden übrigens von 60.00, 60.15, 60.15 abweichung...)

Die Stäbe sind auf einer Lehre geklebt und haben keine sichtbare Abweichung.

Jemand Tipps woran es liegen könnte?
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
13. December 2016 18:18
Hallo Leute,

erst einmal vielen Dank für die ausführliche Anleitung von Protoprinter und eine Danke für die Excel-Datei von MGR.

Ich habe mir erst vor wenigen Tagen einen Kossel gekauft und bastel nun schon sehr viele Stunden an der Kalibrierung. Ich hoffe, dass mir diese Beiträge von euch jetzt helfen.

Ich habe noch einmal eine grundlegende Frage:

Mir wurde der Drucker mit eine Glasplatte+aufgeklebtes Tesa-Krep-Papier verkauft und ich habe auch in vielen Beiträgen gesehen, dass beim Drucken mit PLA das ausreicht. Bis jetzt hatte ich aber noch keine großen erfolge etwas fertig zu drucken: der das gemeinste, als nach über 7 Stunden Druck vor meinen Augen der Druckkopf am Ausdruck hängen blieb und diesen vom Tisch riss. Wenigstens war dieser noch einigermaßen gerade, auch wenn er beim Ausdruck auch schon unten eine Wölbung hatte. Mein letzter Ausdruck war eine 6mm Flache Platte. Der Ausdruck bog sich aber dann so weit nach oben (4mm) dass man meinen könnte, der Druckkopf habe die Ecke angehoben.

Konkret: ist ein beheiztes Bett ein Muss auch für PLA? Wenn ja: Habt ihr auch einen so gutes Tutorial parat wo erklärt wird, wie ich das an meinem Kossel nachrüsten kann (vor allem bezüglich des elektronischen Anschließens).

Auch würde mich Ein Tutorial interessieren, wir man FSR direkt unter dem Druckbett anbringt und elektronisch anschließt. Mir ist in diesem Tutorial nicht ganz klar, wie hier mit FSR gemessen wurde. Was das ein externes Gerät?
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
15. December 2016 06:38
Hallo,

ich verstehe diesen Satz nicht:

"Falls doch, würde ich in diesem Fall den Delta Radius erhöhen (0,1mm Schritte) bis wir an den Rändern an allen Punkten über dem Bett landen."

ganz Konkret soll hier eine Variable in der Firmware angepasst werden? Also diese?

// Horizontal distance bridged by diagonal push rods when effector is centered.
#define DELTA_RADIUS (DELTA_SMOOTH_ROD_OFFSET-DELTA_EFFECTOR_OFFSET-DELTA_CARRIAGE_OFFSET)

Und ich habe noch eine Frage: wenn jetzt die Entfernungen zum Druckbett in allen Punkten bekannt sind, wo trage ich sie dann ein, ohne an den Schrauben der drei Arme zu drehen, die auf den Schalter klicken?
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
17. December 2016 02:53
Hallo Manu,

danke schön für die tolle Anleitung, Schritt für Schritt einfach erklärt. Werde ich mich heute mal dransetzten.

Grüße Holger
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
17. December 2016 03:03
Guten Morgen Holger!
Schön zu hören dass es so vielen hilft! Dann macht man sich die Arbeit gerne

Grüße
Manu


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, meine kommerzielle Webseite
Re: Kalibrierbeispiel Delta Drucker: Hexagon V1.5
12. June 2017 03:34
Hallo zusammen,

hoffentlich darf ich dieses Thema dazu missbrauchen, um mal einen Gedankengang meinerseits zu hinterfragen... Ansonsten bitte löschen!!

Gerade versuche ich meinen Hexagon weiter zu optimieren. Aufbau wie Protoprinters, incl. FSR für ABL.

Folgendes Vorgehen:

Stufe 1 wie von Manu beschrieben. 3 Messpunkte an den Säulen, alle korrekt eingestellt (exakt 5.0mm, bei 5mm Sicherheitsabstand/Messabstand). Messpunkt in der Mitte passt ebenfalls. Der Drucker druckt in einer definierten z-Höhe gerade. Nun mache ich ein g32 und bekomme dafür 3 verschiedene Ergebnisse (Bereich +- 0,3mm). Eigentlich widerspricht das ja dem, dass er eigentlich im vorherigen Schritt korrekt eingestellt war.

Bei einem g32 übernimmt er die neue z-Höhe (in meinem Fall habe ich z-probe high = 0.240mm, hiermit stelle ich die Druckhöhe ein, damit er das PETG nicht anpresst), ich glaube, dass er bei der neuen z-Höhe auch z-probe high einbezieht, richtig? Also er hat nun eine neue z-Höhe, bei erneutem Messen an den Messpunkten an den Türmen habe ich nun Werte zwischen 5,31mm bis 5,27mm, also einen Unterschied von 0,04mm. Ich VERMUTE, dass dies aufgrund der neuen z-Höhe ist? Da ich mir sicher bin, dass die Längen der Rods noch nicht zu 100 % stimmen also zu Stufe 2 (Kreis drucken)...

Ist meine Theorie oben soweit schlüssig? Sollte ich für Stufe 2 KEIN g32 machen, um nicht bei einer "falschen" z-Höhe anzufangen (hier druckt er ja nicht mehr ganz gerade)? Sollte ich vor jedem Druck überhaupt ein g32 machen, oder mich auf die Werte des Messens an den Türmen verlassen?

Den Delta habe ich nun schon einige Zeit, die Drucke sind ziemlich gut, aber ich glaube, es ist noch mehr herauszuholen. Hier verstehe ich aber die Zusammenhänge noch nicht so ganz. Wer würde sich opfern, um mir dies noch mal exakt zu erklären?

Danke vorab und

Grüße
Sven
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