Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 06:31
Meine Hotends (E3D V6 Clones) bereite ich wie folgt auf.
Diese Vorgehensweise erhebt keinen Anspruch auf VollstÄndikkeit und Fehlerfreiheit.
Ich teile den Beitrag wegen der Anzahl der Bilder auf mehrere Teile auf.

Teil 1:
Benötigtes Werkzeug und Material:
- Kleine Bohrmaschine
- Scharfes Cuttermesser (Japanmesser)
- Kleiner Schraubenschlüssel zur Düse passend (bei mir Größe 7)
- Verstellbarer Schraubenschlüssel (Engländer) oder passender Gabelschlüssel
- 2mm Schnittnadel oder 2mm Passstift, alternativ 1,9 - 2mm Bohrer
- eventuell 2mm Reibahle
- etwas 400-ter Schleifleinen
- Hochtemperatur Wärmeleitpaste
- Etwas selbstklebende Captonfolie
- PTFE-Schlauch 3x2 für neuen Inliner

Vorbereitung:
- Hotend in seine Einzelteile zerlegen (Bild _Einzelteile_2)


Der Inliner läßst sich oft nicht so einfach herausnehmen. Abhilfe schaft hier eine kleine Blech- oder Hozschraube, die man leicht in den Inliner eindreht und dann mit samt dem
Inliner herauszieht. Der originale Inliner ist (bei den Clones) oft schief geschnitten oder/und zu kurz. Das führt zu Undichtigkeiten und Stoßstellen.

- Heatbreak kontrollieren und eventuel Aufarbeiten.
Ich nehme dazu eine 2mm Reibahle, die ich vom "kalten" Ende her in die Heatbreak eindrehe. Meistens passt der Kanal aber.
Anschließend nehme ich etwas 400-ter Schleifleinen und drehe es zu einer dünnen Wurst. Schleifpapier ist weniger geeignet, da es sich nicht so sauber eindrehen lässt.
Dann mit dieser "Schleifwurst" unter drehenden Bewegungen den 2mm Kanal der Heatbreak etwas polieren.

- neuen Inliner anfertigen.
Dazu ein Stück PTFE-Schlauch gerade und rechtwinklig mit einem scharfen Cuttermesser abschneiden und eventuell mit einem Dorn das Eingangsloch etwas aufweiten.
Mit dieser sauberen Schnittfläche den Schlauch in die Heatbreak bis zum Anschlag einschieben.
Den Schlauch vorne mit leichtem Überstand gerade abschneiden. Den neuen Inliner wieder aus der Heatbreak ziehen.
Das sollte möglichst nicht mit der Schraube gemacht werden, um die Innenseite nicht zu beschädigen.
Das Ende sollte passend zur Düse (Bild _Düse_1) leicht konisch ausgeformt werden um Dichtigkeit und Zentrizität zu gewährleisten.



Dazu einen Passstift (Schnittnadel oder eventuell einen Bohrerschaft) bis ganz kurz vor dem Ende in den Inliner schieben. (Bild _Inliner_4)



Dieses Konstrukt vorsichtig in eine kleine Bohrmaschine spannen. Bei drehender Maschine mit Schleifpapier oder einer kleinen Feile das Ende leicht konisch drehen. (Bild _Inliner_1)



Das Ergebnis sollte etwa aussehen wie auf dem Bild _Inliner_5




- Heizblock vorbereiten
Ich isoliere die Stelle, wo später der Thermistor hinkommt, gerne mit etwas Captonfolie damit die Thermistoranschlüsse nicht so leicht über dem Heizblock kurzgeschlossen werden können.
Ist aber nicht unbedingt notwendig. (Bild _Heizblock_2)




Fortsetzung folgt

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.17 07:12.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 06:56
Teil 2:

Montage:
- Die Montage erfolgt analog der originalen Anleitung vom E3D V6.

Düse mit Hochtemperatur Wärmeleitpaste dünn einstreichen (auf dem Bild bei mir etwas zuviel des guten) (Bild _Düse_2)




Düse nicht ganz in den Heizblock einschrauben. (Bild _Montage_1)




Anschließen die Heatbreak handfest einschrauben. Dabei die Düse festhalten, damit sie sich nicht herausdreht, aber auch nicht weiter eindrehen.
Der Abstand wird später noch gebraucht. (Bild _Montage_2 )
Das Gewinde, das im Heizblock steckt, sollte vorher NICHT mit Wärmeleitpaste behandelt werden, da man ja nicht unnötig Wärmeeintrag in die Heatbreak haben will.





Das Gewinde, das den Kühlkörper aufnimmt, sollte allerdings wieder mit Wärmeleitpaste vorbehandelt werden.
Man will ja möglichst effektiv die in die Heatbreak eingetragene Wärme an den Kühlkörper abgeben. (Bild _Montage_6)




Kühlkörper fest aufschrauben. Achtung! Mit Gefühl, nicht die Heatbreak killen. (Bild _Montage_8)




Die Heizpatrone (ich verwende 12V/40W) mit Hochtemperatur Wärmeleitpaste einstreichen (Bild _Montage_10) und etwa mittig im Heizblock montieren.




Das Loch für den Termistor mit Hochtemperatur Wärmeleitpaste füllen (Bild _Montage_12), den Thermistor einschieben und mit einer (eventuell vorher auf passende Länge gebrachte) ISO 7389 Schraube vorsichtig fixieren.




Schraube nicht zu fest anziehen sonst werden die Isolierungen des Thermistors beschädigt, was zu einem Kurzschluss führen kann. (Bild _Montage_13)





Fortsetzung folgt

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.17 07:13.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 07:11
Teil3:

Die Heizpatrone und den Thermistor mit dem Stecker verlöten.
Auf diese Arbeitsschritte gehe ich hier nicht ein, habe aber auch hier einige Bilder gemacht die ich bei bei Bedarf einstellen kann.

Nun kommt ein wichtiger Schritt, der wenn ausgelassen oder nicht korrekt ausgeführt wird, zu einem undichten Hotend führt.
Das Hotend muss angesteckt und aufgeheizt werden. Ich heize hier auf 285°C mit der normalen Druckerelektronik. (Bild _Montage_16)




Dann wird der heiße Heizblock mit einem passenden Gabelschlüssel oder einem Engländer gehalten und die Düse fest, aber mit Gefühl, angezogen. (Bild _Montage _17)
Immer beachten, nach Fest kommt Bombenfest und danach AB!
Also nur gut Festschrauben aber nicht die Düse abreißen.




Hotend auskühlen lassen und überprüfen, ob sich das Filament ohne zu haken bis zur Düse vorschieben lässt. (Bilder _Montage_14 und _15)






Ich bin übrigens dazu übergegangen, bei meinen Hotends nicht mehr die Düse zu tauschen, sondern immer das ganze Hotend auszuwechseln.
Zu diesem Zweck habe ich mir für jede von mir gebrauchte Düsengröße ein eigenes Hotend vorbereitet.
Durch die Toolsonsche Schnellwechselvorrichtung ist das auch sehr schnell ausgetauscht. Schneller jedenfalls als "nur" die Düse zu wechseln.

Fragen, Anregungen und Kritiken sind willkommen.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 08:11
thumbs up Sehr schön beschrieben und bebildert. Vielen Dank, dass du dir so viel Mühe gegeben hast.

Viele Fallstricke hast du beschrieben, in die ich zu Anfang getappt bin.


Piepiep (CoreXY) 290x300x205, ArduinoDUE, RADDS, TMC2100, Z-Riemenantrieb, Raspi3
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 09:01
Also ich habe weder Wärmeleitpaste am Thermistor, noch an der Heizpatrone. In dem Wiki zum Original E3D V6 ist auch nie die Rede von Wärmeleitpaste.
Ist das also nicht ein wenig übertrieben?


Gruß
Christopher
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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
15. February 2017 09:20
@Copperhead,

vielleicht ist die Wärmeleitpaste übertrieben, aber in bestimmten Situationen hilft sie außerordentlich.

1. Die Wärmeübertragung zu Düse ist besser und damit die Temperaturstabilität beim Extrudieren.
2. Der Wärmeübergang von der Heizpatrone zum Heizblock ist ebenfalls besser. Insbesondere, da nicht alle Heizblöcke ein Musterbeispiel an Fertigungsgenauigkeit sind und der Wärmekontakt dadurch manchmal nur punktuell erfolgt.
Hier im Forum gibt es genügend Beiträge von sich vorzeitig verabschiedeten Heizpatronen. Ein Grund hierfür ist auch ein mangelhafter Wärmeübergang und damit eine Überhitzung der Patrone.

Der zusätzliche Aufwand für die Wärmeleitpaste hält sich in Grenzen und ist es meiner Meinung nach wert.
Ich habe bei meinen Clones jedenfalls noch nie eine Verstopfung, die zugegebenermaßen noch von einigen weitern Umständen (außreichende Kühlung) abhängig ist, erlebt.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 01:00
Heatbreak lässt sich sehr gut polieren mit Wattestäbchen in Dremel + Wasser + CIF Scheuermilch oder Zahnpasta (z.B. Mentadent C Micro Granuli)...

Das wird spiegelblitzeblank....

lg
Markus
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 03:52
Top Anleitung! Zur Komplettierung fände ich noch die ein oder andere Bezugsquelle toll. Ich wollte mir zu meinem original E3D v6 immer mal ein Ersatzhotend an die Seite legen. Danke für Deine Arbeit!
Wo ich gerade schon mal dabei bin - mein E3D hat von Beginn an die Eigenart, dass beim Einschieben des Filaments dieses an dem Übergang PTFE-Schlauch Heatbreak blockiert. Da hilft nur rohe Gewalt oder das Filament neu/schräg abschneiden. Hat da jemand einen Tip? Ich möchte ungerne die Heatbreak nacharbeiten...

Grüße
Manuel

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.02.17 06:58.


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, Ashray - (445nm Lasercutter), die Delta-Kalibrieranleitung
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 07:29
Zum Thema Bezugsquelle: Mein Hotend stammt von Big Tree Tech (https://de.aliexpress.com/store/718232). Der Heizblock ist etwas grob, aber die Qualität passt insgesamt.
Unschön, ist das es mit PTFE in der Heatbreak geliefert wird.
Deswegen habe ich bei WELL SIM polierte Vollmetall Heatbreaks bestellt. (https://de.aliexpress.com/store/108412). Da kann ich dann wenn es eintrifft mehr über die Qualität von WELL SIM sagen.


Gruß
Christopher
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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 07:58
Ich dachte die Heatbreaks mit Teflon Inliner wären gerade im Bezug auf PLA-Druck das Nonplusultra und ausdrücklich erwünscht?


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, Ashray - (445nm Lasercutter), die Delta-Kalibrieranleitung
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 08:08
Ähmm. Kein Ahnung. Ich dachte, weil das Original E3D V6 auch eine Vollmetall Heatbreak hat, ist das eventuell besser.


Gruß
Christopher
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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 08:39
@Protoprinter: Der Einlauf (vom Bowden in den Inliner) ist leicht Trichterförmig. Das soll wahrscheinlich den Übergang leichter machen.
Der Trichter ist aber oft sehr rau und deshalb hakt es.
Entweder Du glättest den Einlauftrichter so gut Du kannst oder Du formst den Bowdenschlauch vorn etwas konisch, so dass er so gut es geht in den Trichter ragt. Das hilft bei mir recht gut.

@Copperhead: Aber gerade das Original E3D v6 hat doch Probleme mit PLA wie ich hier immer wieder lese.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
16. February 2017 09:10
Vielen Dank für das schöne und toll bebilderte Howto.


Zum Full-Metal-E3D:
Ich habe vor 2-3 Wochen mit dem Original-E3DV6 einen mehrere Stunden dauernden Druck mit PLA überstanden.

Die Lösungsansätze sind im Prinzip:
1) Retract runter auf ca. 1mm (im Cube bei fast 1m Bowden)
2) Anzahl der Retracts reduzieren (Slic3r: "Minimum travel after retraction")
3) Nicht zu langsam drucken

Die Idee ist auch nicht neu und schon gar nicht meine sondern hier im Forum schon ein paar Mal beschrieben,

Der Druck war zwar nicht umbedingt perfekt, ich bin mir aber sicher, dass ich noch ein wenig mehr herausholen könnte.
Wenn ich noch PLA hätte jedenfalls.

Bei diesen Preisen kann man natürlich direkt auf Wechselhotends gehen und eins mit Inliner für PLA nehmen.
Deshalb, nochmal vielen Dank.
Ich habe auch schon zwei Klone zu Hause herumliegen, komme aber irgendwie zu nichts.


Best regards / Viele Grüße
Till
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
17. February 2017 03:46
Ich habe mit meine E3D sicher 10kg PLA durch und nicht einen Jam gehabt (wirklich!). Ich habe vorletztes Jahr 2 SparCube XL gebaut, ebenfalls mit E3D v6. Da konnte ich drauf warten daß sich das PLA am unteren Teil der Heatbreak festsetzt. So richtig habe ich nie verstanden wieso. Extruder, Retration Einstellungen - alles identisch mit meinem Delta E3D. (bei einer Bowden-Länge von ca. 40cm habe ich einen Retract von 4,5mm!!)

Einzige Unterschiede:
- die Problem-E3D waren ein Jahr jünger
- die Kühlung des Hotends ist beim Delta effektiver, da der Luftstrom ohne Hinderniss an den Kühlrippen vorbei kann. Beim XL sind da die Linearwellen im Weg

Mittlerweile habe ich es auf mangelnde Kühlung gerade imm unteren Bereich der Heatbreak geschoben. Ich hatte nie Lust, die Hotends mal untereinander zu tauschen. Die Blasübergangstemperatur von PLA ist recht niedrig. Wie unterschiedlich Dinge anhaften, kann man an einer Teflon beschichteten und unbeschichteten Bratpfanne sehr gut sehen. Für PLA spricht viel für ein Hotend mit Teflon Inliner.

@Peter:
Vielen Dank, da ich nicht wirklich viele Möglichkeiten für die Metallbearbeitung habe, werde ich es mal mit einer Fase am Teflonschlauch probieren.

Mit welchen Temperaturen kann man mit Teflon Inliner drucken? Ich drucke nur PLA und PETG mit einem Maximum von etwa 230°C. Und noch eine Verständnisfrage: Warum läuft der Teflonschlauch nicht einfach durch den Pushfit bis vor die Düse? So hat man doch wieder eine Kante beim Übergang Bowden/Inliner!?

Danek & Gruß
Manu


Deltadrucker, Tantillus Reborn by Toolson/Protoprinter, Ashray - (445nm Lasercutter), die Delta-Kalibrieranleitung
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
17. February 2017 05:12
Quote

Und noch eine Verständnisfrage: Warum läuft der Teflonschlauch nicht einfach durch den Pushfit bis vor die Düse? So hat man doch wieder eine Kante beim Übergang Bowden/Inliner!?

Berechtigte Frage. Weil es diese Heatbreak nicht hergibt! Es gibt aber auch in China HBs mit 4mm ID! Das macht dann die ganze Sache einfacher.

[www.aliexpress.com]

2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.17 15:05.


Gruß aus dem Tal Kochertal,
Tobias
E-Mail gibts hier

[www.thingiverse.com]

Maschinen
AM8 sobo Version
MPCNC WaKü
Sparkcube XL
Photon S
K40

Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
17. February 2017 14:44
Quote
sobo84
Weil es diese Heatbreak nicht hergibt!

... wenn du wüsstest.


Lars - Blog, Thingiverse, Git

After successfully ignoring Google, FAQ's, the board search and leaving a undecipherable post in the wrong sub-forum don't expect an intelligent reply.
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
17. February 2017 14:52
Klär mich auf.tongue sticking out smiley


Gruß aus dem Tal Kochertal,
Tobias
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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
17. February 2017 20:07
Also bei mir läuft der Teflon Inliner bis vor die Düse (Übliche Düse siehe Bild vom Thread Ersteller) geht natürlich Top wenn man sein Hotend so konzipiert. Teflon Inliner kann natürlich auch zur "Heizzone" beitragen...vielleicht nicht bei 200mm/s aber auch da würde die längere Volcano Düse Abhilfe schaffen...

Entgegen dem Trend alles durch "heimlich" Teflon beschichtete Metallröhrchen zu jagen oder gleich ganz auf Teflon zu verzichten bin ich dann doch eher der Meinung, dass das eher ein Spar-versuch ist als eine Verbesserung bzw. DIE Hotend Evolution schlechthin.


Prusa Air 2
Merlin Hotend (passiv und verlängert)

Eigenbau X300 Y500 mit verlängertem Merlin Hotend
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JGAURORA A5
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--------
Eine Kiwi am Tag deckt den menschlichen Tagesbedarf an Kiwis
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
23. February 2017 08:07
Schön protokolliert und beschrieben, aber.. smiling smiley

1. Wärmeleitpaste hat an der Düse nichts zu suchen
2. Wärmeleitpaste hat am Heizelement nichts zu suchen

3. Ordentliches Clon Hotend kaufen und ohne jegliche Nachbearbeitung sehr viel Spaß und Freude damit haben. Wärmeleitpaste an der Heatbreak macht jedoch Sinn und ist auch zu empfehlen.

PS: Auf 285°C aufheizen und das mit einem Stück Teflon Schlauch welches direkt im Heizblock/auf der Düse sitzt, kann richtig böse in die Hose gehen. Dabei entsteht richtig ungesundes Zeug falls die Temperatur halbwegs korrekt angezeigt wird.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.17 08:14.


Gruß,
Steffen

Geetech Full-Acrylic Graber Air V3 SteBa Edition, v6 J-HEAD v5 E3D Custom Hotend, 230v Induktionskochfeldheizplatte mit Aceton Beschichtung, Rumpsbaradds 64-Bit AliExpress Edition, Softeisextruder
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
23. February 2017 08:41
Quote
SteBa
3. Ordentliches Clon Hotend kaufen und ohne jegliche Nachbearbeitung sehr viel Spaß und Freude damit haben. Wärmeleitpaste an der Heatbreak macht jedoch Sinn und ist auch zu empfehlen.
.

Aber bitte nur oben am Teil, der in den Kühlkörper geschraubt wird, keinesfalls unten am Teil der in den Heatblock geschraubt wird...

lg
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
23. February 2017 09:00
Hallo Steffen,

ich will ja auch nicht behaupten, dass meine Vorgehensweise der Weisheit letzter Schluss ist. Das soll und muss jeder für sich selbst ausmachen.
Aber noch einmal meine Begründung.

Zu 1. Warum hat an der Düse Wärmeleitpaste nichts zu suchen?
Ich habe jedenfalls keine negativen Eigenschaften erkennen können. Im Gegenteil, der Wärmeeintrag in die Düse wird verbessert, und damit die Temperaturstabilität beim Extrudieren.
Man sollte allerdings nicht zuviel Paste nehmen und aufpassen, dass nichts in den Düsenkanal gerät.

Zu 2. Auch hier wird der Wärmeeintrag in den Heizblock, besonders bei "miesen" Heizblöcken, verbessert.

Zu 3. Mit dem ordentlichen Clone ist das so eine Sache. Hast du einen Lieferanten mit einem solchen gefunden, heißt das leider nicht, dass die nächste Bestellung beim selben Lieferanten ebenfalls erfolgreich ist.

Zur Montagetemperatur:
Laut Wiki gilt eine Einsatztemperatur für PTFE bis 260°C. Zu den Gesundheitsrisiken schreibt Wiki, dass das Bundesamt für Risikobewertung erst ab einer Pfannenteperatur (Teflonbeschichtet) von 360°C von einer Konzentration ausgeht, die eine Giftigkeit für den Menschen darstellt.
Meine Temperaturangabe stammt aus der originalen E3D v6 Anleitung. Zugegebenermaßen verwenden die aber auch keinen PTFE Inliner.
Wer aber bei dieser Temperatur kalte Füße bekommt, kann ja für das Festziehen der Düse auf nur 260°C gehen.
Nur sollte dann auch die spätere Einsatztemperatur nicht größer als 250 - 255°C sein. Andernfalls kann die Düse undicht werden.

Edit: @Dorfmaxl. Genau so habe ich es beschrieben!

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.17 09:01.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
24. February 2017 05:33
Hi Peter,

erstmal zur Heatbreak. Ja genau das hattest du so beschrieben und das ist auch vollkommen richtig. Ich wollte nur nochmal unterstreichen wie wichtig das ist! Seitdem, habe ich keinerlei Probleme mehr bei PLA, bei einem 1:1 E3D Clone Setup und bevorzuge dies auch jederzeit der Version mit dem durchgehend Inliner. Dass die Paste nur an den oberen Teil kommt, ist doch Selbsterklärend. Das Teil nennt sich schließlich Heatbreak/Hitzebarriere. An heißen Stellen hat die Paste nichts zu suchen, mehr dazu jetzt.

1+2.
Das Zeug heißt nicht umsonst Wärmeleitpaste und nicht Hitzeleitpaste. smiling smiley

Der Einsatzzweck dafür ist doch in erster Linie um Wärme abzuführen und damit zu kühlen. Ich kenne jetzt die technischen Daten nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen dass dies bei Temperaturen von ~200°C noch funktioniert. Viel mehr gehe ich davon aus, dass die Paste dadurch spröde wird, wenn nicht sogar beginnt zu "gasen". Jeder der schon mal Auspuffdichtmaße benutzt hat, weiß wovon ich rede. Wird diese nicht ordnungsgemäß genutzt, wird das ganze Zeug porös.
Jetzt lass da nur ein kleines bisschen in den Düsenkanal kommen, das beginnt dann irgendwann schön zu köcheln und du kannst die Düse entsorgen. Selbst wenn alles gut geht, denke ich nicht dass dies signifikante Vorteile bringt oder aber Dauerhaft funktioniert.

Gleiches gilt natürlich für die Heizpatrone, welche logischerweise noch deutlich heißer wird als alles andere. Gemessen wird ja die Temperatur des Heizblockes und nicht der Patrone. Gleiche Problematik wie oben beschrieben.
Unterm Strich, ganz einfach gesagt, ist die Wärmeleitpaste doch nichts anderes als temperaturbeständige Dichtmasse. Köchelnde Dichtmasse auf meinem Druckbett, bestenfalls noch schön eingebrannt, empfinde ich jetzt persönlich als eher hinderlich.

3.
Kann ich so nicht unterschreiben. Die Suche kann eine lange sein, gebe ich zu. Aber es gibt auch gute und zuverlässige Bezugsquellen. Man darf dabei nur nicht immer auf die billigsten der billigen Schielen.

Zur Monate+PTFE.
Mit der von dir verbauten Heatbreak hat das Hotend mit dem V6 nicht mehr sonderlich viel gemein, sondern geht in die Richtung von Lite6 - deswegen solltest du dich auch auf diese Anleitung beziehen. Dort wird ganz klar bei der Montageanleitung beschrieben dass Temperaturen von 245°C nicht überschritten werden dürfen. Mit einer Teflonpfanne würde ich das ganze nicht vergleichen, sondern mit den Angaben des PTFE Schlauches.

Diese liegen meist um die 250-260°C Maximaltemperatur. Wie schon mal in einem anderen Thread mit deinen Netzteilen beschrieben, kannst du persönlich ja machen was du willst. Du kannst auch gerne 300°C auf den Tube feuern und den Drucker dabei Nachts neben dein Bett stellen, aber bitte nicht als allgemeine Empfehlung herausgeben. smiling smiley

Ich hab mal einen Artikel über PTFE und zu viel Hitze gelesen, die Schadstoffe und Nebenwirkungen dabei waren alles andere als harmlos. Leider finde ich diesen gerade nicht mehr.

Wie bereits gesagt, danke für den Bericht und die vielen Fotos. Aber ein paar Dinge sollte man dabei einfach überdenken.
Wenn ich ganz ehrlich bin, verstehe ich jedoch auch die Notwendigkeit nicht. Man kann über E3D sagen was man will, aber das Wiki ist toll.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.17 05:35.


Gruß,
Steffen

Geetech Full-Acrylic Graber Air V3 SteBa Edition, v6 J-HEAD v5 E3D Custom Hotend, 230v Induktionskochfeldheizplatte mit Aceton Beschichtung, Rumpsbaradds 64-Bit AliExpress Edition, Softeisextruder
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
24. February 2017 07:41
Hallo Steffen,


zunächst einmal vielen Dank für das Lob.

Was du zu der Temperaturfestigkeit der PTFE-Inliner schreibst, ist richtig. Meine Anleitung sollte auch keine allgemeine Empfehlung sein als viel mehr meinen Weg beschreiben.
Ob 25°C über der empfohlenen Maximaltemperatur schon zu Verbrennungsprodukten führt, kann ich nicht glauben (siehe Pfanne und Bundesamt für Risikobewertung),
zumal diese Temperatur ja nur für kurze Zeit (bis zum endgültigen Festziehen der Düse) ansteht. Muss aber jeder für sich entscheiden,

Wenn PTFE verbrennt, können die Verbrennungsrückstände (auch Gase) mit Wasser unter anderem die berüchtigte Flusssäure bilden. Extrem gefährlich.

Dem, was du zur Wärmeleitpaste schreibst, kann ich nicht völlig zustimmen.
Wärmeleitung funktioniert immer in beide Richtungen, aber immer vom wärmeren Bauteil zum kälteren Bauteil.
Geeignete Wärmeleitpaste kann diesen Vorgang sehr unterstützen.
Ich möchte ja möglichst effektiv die Wärme von der Heizpatrone (heißeres Bauteil) in den Heizblock (kälteres Bauteil) bringen.
Genauso soll die Wärme weiter vom Heizblock (heißeres Bauteil) in die Düse (kälteres Bauteil).
Die Wärmeleitpaste muss natürlich für den angestrebten Temperaturbereich passen. Ich verwende Hochtemperaturpaste (~ 300°C).
Da köchelt nichts vor sich hin und tropft auch nicht.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.17 07:43.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
25. February 2017 05:50
Welche Wärmeleitpaste nimmt man da am besten .. nur die direkt von E3D, oder gibt's auch eine andere ???
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
26. February 2017 00:08
Von Thermal Grizzly gibt es eine schöne: Kryonaut.
Bis 350°C zugelassen und trocknet nicht aus. Aber auch nicht ganz billig.


Gruß
Siggi


Geeetech I3 Pro B 8mm Acryl - Mega 2560 - Ramps 1.4 - TMC2100 - MK42 - E3DV6-Clone 0,4 - SSR 522-1dd60-40 (A-Senco) - Marlin RC8Bugfix 26.12.2016 - Repetier Host - Windows 7 64 Bit
Vulcanus mit Linearschienen
Anycubic i3 Mega
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
05. March 2018 11:35
Hallo,
ich stoße hier gerade auf dieses Thema und wollte nochmal auf die Düse ansich zu sprechen kommen.
Speziell auf die Austrittsöffnung der Düse.
Wenn diese nicht gut verarbeitet ist, schlengelt sich das Filament wie eine Schnecke nach oben, anstatt senkrecht nach unten auszutreten.
Liege ich da richtig mit meiner Annahme? Kann man diese Bohrung auch irgendwie aufbereiten?
- nachbohren?
- senken?
- polieren?

VG, Matten


Ultimaker Clone Eigenbau mit Z-Achse über Riemenantrieb
Ramps1.4 / Mega2560 / Marlin 1.1.0
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
05. March 2018 14:11
Quote
siggi60
Von Thermal Grizzly gibt es eine schöne: Kryonaut.
Bis 350°C zugelassen und trocknet nicht aus. Aber auch nicht ganz billig.

Da die Wärmeleitpaste, die bei mir im Schubladen liegt nur bis 200°C geht, kam mir gerade ein anderer Gedanke.
Wie wäre es mit Kupferpaste?
+ hohe Temperaturbeständigkeit
+ hohe Wärmeleitfähigkeit
- weiss jetzt nicht, wie aggressiv die auf Alu oder Edelstahl ist.

Edit:
Wobei ich nach nochmaligem Nachdenken nicht verstehe, wieso wir oben beim Kühlkörper eine Hochtemperatur-Wärmeleitpaste benötigen. Wenn da Temperaturen >200° sind, dann haben wir eh ein anderes Problem.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.18 02:03.


Prusa I3 mit Anpassungen nach toolson | MK3 Heizbett | 1,75mm E3D-Clone mit 40W Heizpatrone und Titan-Direct Extruder | Marlin 2.0 bugfix auf MKS SGEN_L mit TMC2008 | Simplify3D 4.1.1
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
06. March 2018 02:38
Oben brauchst Du natürlich keine Hochtemperatur Paste.
Ich habe nur die Eine und habe oben eben die Gleiche verwendet.


Gruß
Peter

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Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
07. March 2018 15:48
@Peter1956,
danke für die schöne Anleitung Top!thumbs up

Ich bin am redesign von meinem Hotend (siehe Foto). Ich hatte den Teflon-Inliner im Heatbreak von oben gesehen in Richtung Düse bis 1mm über dem Einstich gezogen. Von dort an 2mm durchgebohrt. Also 4mm von oben bis 1mm über dem Einstich gebohrt, dann 2mm durchgebohrt. Hoffentlich blickt man da durch. . .

Ich drucke bis max. 275 Grad. Für mich stellt sich nun die Frage, soll ich den Teflon-Inliner verlängern bis z.B. 1mm über den Heizblock? Oder gleich bis zur Düse. Aber da habe ich bedenken wegen der Temperatur. Oder aber gleich lassen. Ich habe bis jetzt mit diesem Hotend 3635m gedruckt und keine Probleme festgestellt.

Gruss Thomas


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Öffnen | Download - Hotend.jpg (134.8 KB)
Re: Aufbereitung eines E3D V6 Clones
11. March 2018 05:44
Hallo @Thomas,

Ist das eine eigene Konstruktion? Sieht interessant aus. Wie wird gekühlt?

Gruß, Matten

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.18 05:44.
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